Hier werden nur die Möglichkeiten der Eigenhaartransplantation und der Eigenhaarverschiebung erwähnt, da sich Kunsthaare nicht bewährt haben.
Die meisten Männer haben im Haarkranzbereich (Kopfseite und Hinterkopf) während des gesamten Lebens Haare. Oftmals ist jedoch die Kopfmitte von Haarausfall betroffen. Man geht davon aus, dass die genetische Information darüber, ob und wann Haare ausfallen, in den Haaren selbst enthalten ist und nicht in dem Areal, in dem sie wachsen. Deshalb transplantiert man Haare aus „haarsicheren“ Arealen in die vom Haarausfall betroffenen Regionen.
Bei der Eigenhaartransplantation haben sich heute die Micrografts durchgesetzt (graft = Transplantat). Eigenhaarverschiebungen sind dagegen selten, haben aber in einigen Fällen weiterhin ihre Bedeutung.
Bei der Micrograft-Methode wird ein haartragendes Hautareal ellipsenförmig aus dem Haarkranz entfernt. Diese Stelle wird sogleich mittels chirurgischer Naht verschlossen. Das haartragende Hautareal wird dann unter optischer Vergrößerung (Lupe, Mikroskop) in kleine 1 bis 4 Haare tragende Hautinseln zerteilt. Diese Inseln werden dann in gewünschte Areale mittels kleiner Hautschnitte implantiert (eingepflanzt). Minigrafts (Transplantate von mehr als 4 Haaren) zeigen weniger schöne Ergebnisse und werden daher nicht mehr verwendet.
Die Operation wird unter lokaler Betäubung durchgeführt. Der Patient ist auf dem Operationstisch überwachungsmäßig angeschlossen an EKG, Sauerstoffsättigung, Blutdruck und Puls. Über eine intravenöse Infusion wird ihm ein Beruhigungsmittel (z.B. Valium) und ein starkes Schmerzmittel (z.B. Dipidolor) zugeführt. Danach ist der Patient in einem schläfrigen Zustand, und das OP-Areal wird mit einem lokalen Betäubungsmittel (z.B. Xylocain) unterspritzt.
Je nach Umfang der Operation kann diese ambulant durchgeführt werden, oder der Patient bleibt eine Nacht in der Klinik. Postoperative Schmerzen sind gering, und wenn sie auftreten, dann in der Regel nur an der Entnahmestelle. Der Verband wird schon nach 2 Tagen entfernt. Der Patient kann jetzt schon wieder duschen und nach weiteren 8 bis 10 Tagen auch wieder eine Kopfbedeckung benutzen. Das Nahtmaterial wird nach 1 Woche entfernt, monatlich erfolgt eine Befundkontrolle. Die transplantierten Haare fangen nach etwa 3 Monaten an zu wachsen.
Risiken:
Bei einer ästhetischen Operation gibt es keine Erfolgsgarantie. Ein angestrebtes ästhetisches Ergebnis kann nicht garantiert werden. Die Risiken bei dieser Operation sind: die Transplantate heilen nicht ein, nicht genügend Transplantate pro Areal (zu lichtes Haar), Wachsen der Haare in verschiedene Richtungen, Blutungen, Infektion, Wundheilverzögerung, Narbenhypertrophie und Haarverlust entlang der Entnahmestelle.
Diese geringen Risiken vermindern sich freilich weiter, je erfahrener und talentierter der Chirurg ist.
Bilder:
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Behandlungsspektrum:
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