Implantate
In den USA sind zur Zeit kochsalzgefüllte Implantate von nur 2 Herstellern für ästhetische Brustvergrößerung zugelassen. In Deutschland hingegen ist es Ermessenssache des Arztes, was implantiert wird. Deshalb ist Deutschland ein Eldorado für Hersteller von Brustimplantaten. Viele kleine, meist neue Firmen füllen eine wohlklingende Substanz in eine Hülle und proklamieren dies als neueste Erkenntnis. Implantate gefüllt mit Erdnussöl, Sojaöl oder Dextran sind schon wieder vom Markt verschwunden, weil schlimme Komplikationen eingetreten waren. Andere Implantate, z.B. auf der Basis von Polyvenyljod, werden wohl in naher Zukunft aus demselben Grund nicht mehr angeboten.
Fast alle medizinischen Autoren sind sich heute darüber einig, dass mit Kochsalz oder mit Silikongel gefüllte Implantate nach dem heutigen Stand der Wissenschaft keinerlei Nebenwirkungen haben, insbesondere nicht zu Brustkrebs oder Rheuma führen. Silikongelimplantate wurden in den USA sehr ausführlich erforscht, unter anderem durch das "National Institute of Health", welches über 10 Jahre sämtliche Fakten bzgl. Silikon gesammelt und ausgewertet hat und dabei zu dem Ergebnis kam, dass Silikon gesundheitlich unbedenklich ist. Bezüglich Kochsalzimplantate gab es nie eine Bedenklichkeitsdiskussion.
Deshalb verwende ich nur kochsalz- oder silikongelgefüllte Implantate.
Eine der unangenehmen Komplikationen nach Brustvergrößerung ist die Kapselkontraktur bzw. Kapselfibrose, d.h. die Brust verhärtet und verformt sich. Die meisten Autoren sind sich ferner darüber einig, dass kochsalzgefüllte Implantate seltener diese Kapselkontraktur verursachen als Silikongelimplantate, und dass eine Kapselkontraktur noch seltener auftritt, wenn die Implantate unter die Brustmuskulatur gesetzt werden statt darauf.
Deshalb bevorzuge ich kochsalzgefüllte Implantate und eine Implantation unter die Brustmuskulatur.
Operation
Die meisten Brustvergrößerungen führe ich unter lokaler Betäubung durch. Dabei kommt es auf die gewünschte Größe der Brust an. Bringen Sie am besten ein Bild mit in die Sprechstunde, das eine Brust nach Ihren Wünschen zeigt.
Am Operationstag gibt es erst eine weitere Vorbesprechung. Auf dem Operationstisch werden Sie dann überwachungsmäßig angeschlossen für Blutdruckmessung, EKG (Elektrokardiogramm), Sauerstoffsättigung und Puls. Es wird eine Infusion gelegt, über die Sie zunächst eine einmalige Dosis Antibiotika erhalten (sog. "single shot"), dann wird Ihnen ein sehr starkes Schmerzmittel verabreicht (semisynthetisches Morphin) und ein Beruhigungsmittel (Diazepam), was Sie in eine Art Dämmerschlaf versetzt. Danach wird das Brustareal mit einem lokalen Betäubungsmittel (Xylonest) unterspritzt. Ich führe dann die Operation durch, meistens mittels eines Schnittes von der Brustwarze aus, in Einzelfällen aber auch von der Brustumschlagfalte oder von der Achselhöhle. In die Brusttasche wird eine Drainage gelegt, die nach außen an eine Unterdruckflasche angeschlossen ist, um Nachblutungen und andere Körperflüssigkeiten abzusaugen. Der Eingriff dauert etwa 1,5 bis 2 Stunden.
Die Patientinnen bleiben eine Nacht in der Klinik. Am nächsten Morgen werden gewöhnlich die Drainagen entfernt, und Sie können dann nach Hause gehen. Nach 3 Tagen dürfen Sie schon wieder duschen. Ich würde Sie dann gerne nach 8 bis 10 Tagen wiedersehen, um das Nahtmaterial zu entfernen. Sie werden nach der Operation 1 bis 5 Tage starke Schmerzen haben und etwa 1 bis 5 Monate (in der Regel 2 Monate) nach der OP ein Fremdkörpergefühl empfinden. Nach dieser Zeit werden Sie sich mit Ihrer "neuen Brust" vollständig identifizieren.
Kochsalzimplantate kann man so lange belassen, bis sie undicht werden. Es tritt dabei nur physiologische Kochsalzlösung aus, also dieselbe Wasser-Salz-Konzentration wie in Ihrem Körper. Ich habe die erste Brustvergröße-rung mit Kochsalzimplantaten im Jahre 1985 durchgeführt. Seither sind noch keine Patientinnen zurück gekommen mit aus Altersgründen defekten Implantaten. Ich gehe auf Grund dieser Erfahrungen davon aus, dass die von mir verwendeten Kochsalzimplantate 20 bis 30 Jahre halten.
Mögliche Risiken
Bei keiner ästhetischen Operation gibt es eine Erfolgsgarantie. Ein erhofftes ästhetisches Ergebnis kann nicht garantiert werden. Die Risiken sind: Blutungen, Infektionen, Asymmetrie (Ungleichmäßigkeit), Kapselkontraktur, Implantat-Leckage, Verlust der Stillfähigkeit, Verlust der Brustwarzensensibilität, Narbenhypertrophie, unangenehme Fühlbarkeit des Implantates, Wundheilverzögerung und die Notwendigkeit einer Nachoperation.
Diese geringen Risiken vermindern sich freilich weiter, je erfahrener und talentierter der Chirurg ist.
Bilder:
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